Krisenhilfe

"Die Krise des Eis ist die Chance des Kükens" sagt der Volksmund und beschreibt damit eine kritische Situation, die im Nachhinein positiv bewertet wurde.

 

Eine Krise ist eine unerwartete Störung in der Routine des Alltags, die bei Krankheiten oder Unfällen aber auch bei Übergängen, Umbrüchen und radikalen Veränderungen vorkommen können.

 

Krisen bergen Risiken - aber auch Chancen. Die Kisenintervention von Just M trägt dazu bei, Gefahren abzuwenden und mobilisiert alle Chancen, um einen Weg in eine sichere Zukunft zu bahnen.

Schutzstelle Scapinellistraße

Mit der Schutzstelle in der Scapinellistraße verfügt das Stadtjugendamt München über eine fast vierzigjährige Erfahrung in der Krisenintervention bei männlichen Jugendlichen.

Im hoheitlichen Auftrag der Landeshauptstadt München hält die Schutzstelle insgesamt neun Plätze zur Inobhutnahme von Jungs im Alter zwischen 13 und 17 Jahren rund um die Uhr bereit.

Das Hauptaugenmerk der Schutzstelle liegt auf der Bewältigung der akuten Krise und Gefährdung. Neben der psychosozialen Abklärung familiärer Belastungsfaktoren und Ressourcen stehen die Einschätzung zielführender Maßnahmen und realistischer Perspektiven im Vordergrund.

Der Aufenthalt in der Schutzstelle ist zeitlich eng begrenzt. Dies resultiert aus der Erkenntnis, dass es für keine Anschlussmaßnahme hilfreich ist, wenn ein Ausnahmezustand zum gewohnten Lebensalltag wird.

Young Refugee Center

Das Young Refugee Center (YRC) ist das Erstaufnahmezentrum für unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendliche, die in München ankommen und gemäß § 42 a SGB VIII vorläufig in Obhut genommen werden. Die Einrichtung hält alle Dienste unter einem Dach vor.

 

Der pädagogische Bereich verfügt über 33 Bettplätze in drei stationären Gruppen, die unterschiedliche Bedarfe bedienen. Dazu gehören die ISO-Gruppe für die Erstaufnahme von noch nicht untersuchten und ansteckend erkrankten Minderjährigen sowie zwei Kurzzeitgruppen für nicht ansteckend erkrankte Mädchen und Jungen ab 14 Jahren.

 

In den Gruppen werden zunächst Grundbedürfnisse erfüllt. Hierzu zählen eine dem Kindeswohl entsprechende Versorgung und Unterbringung sowie ein erstes medizinisches Screening, aber auch Angebote zur Gestaltung der Freizeit sowie ein alltagsorientierter Sprachunterricht für die Unterstützung der Integration.

 

Im hoheitlichen Bereich werden alle administrativen Aufgaben wahr genommen. Hierzu zählen die Registrierung der Minderjährigen durch die Ausländerbehörde des Kreisverwaltungsreferates sowie die erkennungsdienstliche Behandlung durch die Polizei, aber auch die medizinische Erstuntersuchung und eine Alterseinschätzung, in der festgestellt wird, ob der junge Mensch minderjährig und vorläufig in Obhut zu nehmen ist.

 

Wird die Minderjährigkeit festgestellt, werden die jungen Menschen in sogenannten Kurzzeitgruppen inhouse untergebracht und auf die bundesweite Verlegung nach dem sog. Königsteiner Schlüssel vorbereitet, sofern dem keine objektiven Hindernisse entgegen stehen. Die vorläufige Inobhutnahme der Minderjährigen wird nach spätestens 4 Wochen beendet.

Individuelle sozialpädagogische Einzefallhilfe

Die Individuelle Sozialpädagogische Einzelfallhilfe (ISE) ist ein sehr niedrigschwelliges Angebot für unbegleitete Flüchtlinge ab 17 Jahren, die aufgrund ihrer selbst- und fremdgefährdenden Lebensführung einer besonderen Zuwendung bedürfen.

 

Dabei handelt es sich um junge Menschen, die (deskriptiv) eine geringe Toleranz gegenüber den gleichermaßen sowohl Erwartungen als auch Beschränkungen vermittelnden Instanzen der eigenen Lebensumwelt entwickelt haben und mitunter bereits mehrfach aus Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe entlassen worden sind. Adressaten der Maßnahme sind insbesondere junge Flüchtlinge, für die eine Unterbringung in einem Gruppensetting nicht geeignet ist. Die Maßnahme wird installiert, wenn andere Hilfen nicht förderlich waren oder sein können.

 

Die pädagogische Begleitung und Beratung der Maßnahme erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einem psychologischen Fachdienst und in ständiger Abstimmung mit der zuständigen Bereichsleitung von Just M. Die Unterbringung findet in Einzelappartements des Kooperationspartners im Amt für Wohnen und Migration statt.

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